Die Schule für Craniosacrale Osteopathie Rudolf Merkel wurde 1984 gegründet und bietet ein professionelles Weiterbildungs-
und Fortbildungsprogramm an.
Leitung: Der Unterricht wird geleitet von Rudolf Merkel, Arzt für Kinderheilkunde
Weiterbildung: Der Unterricht versteht sich als eine Weiterbildung und wird Menschen angeboten, die bereits eine mehrjährige therapeutische Ausbildung, medizinische Grundkenntnisse und mindestens ein Jahr Berufserfahrung haben.
Es ist ein grosses Anliegen der Schule, dass eine persönliche und qualitativ konstante Vermittlung durch den Hauptlehrer und die begleitenden Assistent/innen gewährleistet ist. Aus diesem Grund findet die 1. Stufe der Weiterbildung (fünf Wochenende) in einer über 1½ Jahre konstanten Gruppe statt.
Die späteren Phasen der Weiterbildung (2. und 3. Stufe) können von den Studierenden zeitlich frei gestaltet werden. In dieser 2. und 3. Stufe wird ein Teil des Unterrichts auch durch weitere Lehrer/innen wie Sylvia Steinemann, Udo Blum, Harald Faltz und Patricia Bardi geleitet.
Eine detaillierte Aufstellung des Curriculums und der gesamten Kosten für die Weiterbildung kann unter
http://www.cranioschule.ch/cranio/weiterbildung oder mit den Unterlagen für die Weiterbildung beim Sekretariat der Schule angefordert werden.
Die inhaltlichen Merkmale des Unterrichtes and der
Schule lassen sich in drei Prinzipien zusammenfassen:
1. Die Craniale Osteopathie nach W. G. Sutherland/R. Becker bildet die Grundlage der CSO/CMT und
beinhaltet einen funktionellen als auch einen biodynamischen Ansatz.
2. In der praktischen Anwendung unterscheidet die CSO/CMT ebenfalls einen strukturellen (funktionellen) und einen rhythmischen (biodynamischen) Anteil. Beide Aspekte bilden in der praktischen Arbeit eine organische Einheit und beide Anteile werden mit dem Bewusstsein der „freien Aufmerksamkeit“ begleitet.
2a) Struktureller Aspekt: Das Erlernen der anatomischen Strukturen
mit biologischen Funktionen und die Kontaktaufnahme zu diesen Strukturen bilden eine
der wichtigsten Grundlage für die praktischen Arbeit.
2b) Rhythmischer Aspekt: Von gleicher Bedeutung ist die Wahrnehmung und Begleitung der Craniosacralen Bewegung, des Cranial Rhythmischen Impulses (CRI) sowie
der weiteren subtilen Eigenbewegungen (sog. Long Tides , Tremulation).
3. Der psychosomatische Wirkungsmechanismus der CSO/CMT wird berücksichtigt. Psychodynamische Prozesse (z.B. Traumata) können aktiv und aufmerksam begleitet werden, sie werden aber nicht forciert oder bewusst reaktiviert.
Erläuterung der drei Prinzipien:
Zu 1: Grundlage der CSO/CMT ist die Craniale Osteopathie nach W.G. Sutherland D.O. (1873-1954) sowie die Impulse, die Rollin E. Becker D.O. (1910-1996) dieser Arbeit gegeben hat, nach denen der
funktionelle Ansatz den biodynamische Ansatz mit einschliesst.
Zu 2: Die praktische Arbeit gemäss der CSO/CMT gliedert sich in drei Phasen. Alle drei Phasen, insbesondere die erste, werden in einer Grundhaltung der Mühelosigkeit mit der „freien Aufmerksamkeit“ begleitet. D.h. dass CS-Praktizierende während der Behandlung zu dem/der Klienten/in aus einem neutralen Bewusstseinsraum heraus Kontakt aufnehmen, einem Raum, der nicht an vorgegebene Gedanken oder Bilder gebunden ist.
·Erste Phase: Die einfache Beobachtung der Eigenbewegung (motility) und das Lenken der „freien Aufmerksamkeit“ auf die anatomischen Strukturen.
Zweite Phase: Überprüfung der Beweglichkeit der Strukturen (mobility).
·Dritte Phase: Anwendung subtiler Techniken aus dem biomechanischen und dem biodynamischen Ansatz. Daraus folgen verstärkte oder veränderte Eigenbewegung (Movement) oder Lösungsbewegungen (Unwinding) und/oder eine tiefe Entspannung (Still Point) oder Reorganisation innerhalb der Gewebestrukturen und dem Bewusstsein.
Die praktische Erfahrung mit der CSO/CMT zeigt, dass die beeindruckende Wirkung dieser Therapie nicht allein durch die strukturelle/funktionelle Arbeit zu erklären ist, d.h. dass ebenso der rhythmische (biodynamische) Anteil zur Wirkung kommt.
Weiterhin gibt es Beobachtungen, dass sich mit der Entfaltung des Cranial Rhythmischen Impulses auch andere Körperrhythmen in ein harmonisches Verhältnis zueinander treten („Entrainment“) und damit das Vegetative Nervensystem in einen ausgeglichen Zustand kommt.
Zu 2a) Der funktionelle/strukturelle Aspekt: Die strukturellen Ebenen des CS-Systems sind die Knochen, das Bindegewebe mit den Hirnhäuten, die Flüssigkeitsräume und das Organgewebe
in ihrer Funktion. Diese Arbeit ist eine manuelle Kontaktaufnahme bis in die mikroskopische Ebene der Strukturen hinein. Die freie Beweglichkeit jeder dieser strukturellen Ebenen ist für die freie Entfaltung
der subtilen Körperrhythmen (CRI, Long Tides, Tremulation) notwendig.
Zu 2b) Der rhythmische Aspekt: Neben dem Cranial Rhythmischen
Impulswerden noch weiter subtile Eigenbewegungen beobachtet. Diese freien und rhythmischen Eigenbewegungen sind
ein konkreter und wahrnehmbarer Ausdruck eines grossen Selbstregulierungs- und Selbstheilungspotentials. Deshalb wird die Arbeit an der Schule u. a. auch Craniosacral Movement Therapie genannt. In der Freilegung dieser Kräfte liegt die wichtigste Aufgabe der/des Craniosacral Praktizierenden.
Zu 3: Psychosomatischer Wirkungsprozess. Die Entwicklung hin zu einer freien harmonischen Bewegung des Organismus, insbesondere des Craniosacralen Systems, unterstützt körperliche Heilungsprozesse. Dies wird meist von einer psychischen Entlastung begleitet und kann zu einer veränderten/verbesserten Selbstwahrnehmung führen – was wiederum ermöglicht, körperliche und psychische Beschwerden zu relativieren. Somit fördert die CSO/CMT den/die Klienten/in in seiner/ihrer Selbst-Entwicklung hin zu einem autonomen Denken, Fühlen und Handeln. Diesem psychischen Anteil in der therapeutischen Erfahrung muss ebenso Beachtung geschenkt werden.
In einer sehr zurückhaltenden, d.h. nicht retraumatisierenden Art kann über die strukturelle und rhythmische CS-Arbeit, wie sie an unserer Schule unterrichtet wird, an der „vegetativen Verdauung“ schwieriger oder traumatischer Lebenssituationen gearbeitet werden – dies geschieht in einer Form, welche klare Grenzen zu den wichtigen Gebieten der Psychotherapie oder Körperpsychotherapie einhält.
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