Zur Diskussion: Warum nicht visualisieren?
- Silvan Grob

- vor 16 Stunden
- 1 Min. Lesezeit

Willkommen im „Diskussionsraum: Warum nicht visualisieren? – in der Craniosacral Therapie“.
Ausgehend vom Text von Rudolf Merkel (2026) diskutieren wir die Frage, welchen Platz Visualisierung und mentale Techniken in der Craniosacral Therapie haben. Der Text betont: Visualisierung dient bei Still, Becker und teilweise Sutherland vor allem als Orientierung in der diagnostischen Wahrnehmung – als inneres Bild des „Normalen“. Im eigentlichen therapeutischen Prozess steht jedoch die direkte, prozessorientierte Kommunikation im Vordergrund: über Kontakt, Tast- und Bewegungssinn, in einem lebendigen, sich verändernden Prozess.
Gleichzeitig stellt sich eine ethische Frage: Wenn mentale Techniken als Intervention eingesetzt werden, wie passt das zu Individualität, Selbstkompetenz, Interaktivität und Prozessorientierung? Und wo beginnt die Versuchung, sich als „Heiler“ zu verstehen – statt Bedingungen zu schaffen, die Veränderung ermöglichen?
Teilen Sie Ihre Gedanken, Erfahrungen und Literaturhinweise – gerne auch kontrovers und respektvoll.
So nutzen wir den Raum:
Verfassen Sie gerne einen Kommentar mit einer Frage, einem Praxisbeispiel (ohne Klientendaten) oder einer Gegenposition.
Antworten Sie möglichst im jeweiligen Kommentar-Thread, damit die Diskussion übersichtlich bleibt.
Literaturhinweise und differenzierte Perspektiven sind ausdrücklich willkommen.
Rahmen & Umgang:
Wertschätzend, sachlich und neugierig – unterschiedliche Sichtweisen sind erwünscht.
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Dieser Diskussionsraum dient dem kollegialen Austausch und ersetzt keine individuelle Therapie- oder Ausbildungsberatung.
Wir freuen uns über jeden Beitrag und grüssen herzlich
Euer Cranioschule-Team

Mir gefällt der Detailierungsgrad, den Rudolf herausgearbeitet hat. Besonders hilfreich finde ich die klare Unterscheidung zwischen Visualisierung als Orientierung und Visualisierung als Intervention. Damit wird gut verständlich, warum ein festes Idealbild im laufenden Prozess schnell zum Stolperstein werden kann, da es die Aufmerksamkeit weg von der tatsächlichen Rückmeldung des Körpers lenken könnte.
Zudem ist für mich zentral, dass der Klient nicht zum Objekt einer Idee von „so sollte es sein“ wird.
Ergänzend würde ich noch anmerken: Visualisierung kann als Selbst-Check des Therapeuten dienen. Wenn ich merke, dass ich innerlich stark „ein Bild mache“, ist das oft ein Hinweis, dass ich gerade mehr steuern als wahrnehmen will. In diesem Moment hilft es, bewusst in den Kontakt zurückzukehren, langsamer zu werden und die Wahrnehmung…