top of page

Zur Diskussion: Warum nicht visualisieren?



Willkommen im „Diskussionsraum: Warum nicht visualisieren? – in der Craniosacral Therapie“.


Ausgehend vom Text von Rudolf Merkel (2026) diskutieren wir die Frage, welchen Platz Visualisierung und mentale Techniken in der Craniosacral Therapie haben. Der Text betont: Visualisierung dient bei Still, Becker und teilweise Sutherland vor allem als Orientierung in der diagnostischen Wahrnehmung – als inneres Bild des „Normalen“. Im eigentlichen therapeutischen Prozess steht jedoch die direkte, prozessorientierte Kommunikation im Vordergrund: über Kontakt, Tast- und Bewegungssinn, in einem lebendigen, sich verändernden Prozess.


Gleichzeitig stellt sich eine ethische Frage: Wenn mentale Techniken als Intervention eingesetzt werden, wie passt das zu Individualität, Selbstkompetenz, Interaktivität und Prozessorientierung? Und wo beginnt die Versuchung, sich als „Heiler“ zu verstehen – statt Bedingungen zu schaffen, die Veränderung ermöglichen?


Teilen Sie Ihre Gedanken, Erfahrungen und Literaturhinweise – gerne auch kontrovers und respektvoll.



So nutzen wir den Raum:

  • Verfassen Sie gerne einen Kommentar mit einer Frage, einem Praxisbeispiel (ohne Klientendaten) oder einer Gegenposition.

  • Antworten Sie möglichst im jeweiligen Kommentar-Thread, damit die Diskussion übersichtlich bleibt.

  • Literaturhinweise und differenzierte Perspektiven sind ausdrücklich willkommen.


Rahmen & Umgang:

  • Wertschätzend, sachlich und neugierig – unterschiedliche Sichtweisen sind erwünscht.

  • Bitte keine identifizierbaren Falldetails oder sensiblen personenbezogenen Informationen.

  • Dieser Diskussionsraum dient dem kollegialen Austausch und ersetzt keine individuelle Therapie- oder Ausbildungsberatung.



Wir freuen uns über jeden Beitrag und grüssen herzlich

Euer Cranioschule-Team

 
 
 

2 Kommentare


Andrea Gabriela
20. Feb.

Vielen Dank, ein sehr spannender Artikel, der mit meinen Erfahrungen sehr einher geht.

Ich erlebe die angesprochenen Aspekte der Wertfreiheit als stark ordnendes Prinzip, das Klarheit im therapeutischen Prozess für mich schafft.

Ich bin immer wieder erstaunt, wie alleine schon im Listening ein offener Raum für Veränderung und Möglichkeiten geschaffen wird, der sich ohne mein Zutun zu regulieren beginnt.

Und ich meine Aufgabe darin sehe, diese Veränderung achtsam zu begleiten und den sicheren Raum zur Veränderung wertfrei zu halten. Auch entlastet mich diese neutrale Arbeitsweise von zu viel Verantwortung und Interpretation, die unter Umständen gar nicht mit dem Erfahrungsraum der Klientin oder dem Klienten einher geht.

Die Unterscheidung zwischen Visualisierung als Orientierung im Gegensatz zur Interpretation finde ich auch ein…


Gefällt mir

Silvan Grob
18. Feb.

Mir gefällt der Detailierungsgrad, den Rudolf herausgearbeitet hat. Besonders hilfreich finde ich die klare Unterscheidung zwischen Visualisierung als Orientierung und Visualisierung als Intervention. Damit wird gut verständlich, warum ein festes Idealbild im laufenden Prozess schnell zum Stolperstein werden kann, da es die Aufmerksamkeit weg von der tatsächlichen Rückmeldung des Körpers lenken könnte.

Zudem ist für mich zentral, dass der Klient nicht zum Objekt einer Idee von „so sollte es sein“ wird.


Ergänzend würde ich noch anmerken: Visualisierung kann als Selbst-Check des Therapeuten dienen. Wenn ich merke, dass ich innerlich stark „ein Bild mache“, ist das oft ein Hinweis, dass ich gerade mehr steuern als wahrnehmen will. In diesem Moment hilft es, bewusst in den Kontakt zurückzukehren, langsamer zu werden und die Wahrnehmung…


Gefällt mir
bottom of page